So oder zumindest so ähnlich könnte alles einmal
begonnen haben …

Hoch im Norden, im Herzen des heutigen Mecklenburg-Vorpommern, inmitten der sanft aufragenden Hügel der Endmoränenlandschaft und der weißen Strände der Ostseeküste hatten sich zu Beginn des 13. Jahrhunderts an den Ufern des Satower Sees in der SATOWIA genannten Slawensiedlung ein paar Zisterzienser-Mönche niedergelassen. Wie der slawische Ortsname vermuten lässt, des Russischen mächtige werden unschwer »sad«= Garten erkennen, muss es sich um eine äußerst fruchtbare Gegend gehandelt haben. Arbeit und Frömmigkeit prägten tagaus tagein das harte Leben der Mönche. So erbauten sie eine Kirche, deren Ruine noch heute unser Dorfbild ziert. Einmal im Jahr aber ließen sie alle Fünfe grad' sein, vergaßen Gott und die Welt und feierten sieben Wochen vor Ostern zum Winterausklang ein närrisches Fest, von dem sie sich erst am Ende der Fastenzeit wieder richtig erholten.

Jahrhunderte sind seither ins Land gegangen. Die Traditionen der Mönche jedoch sind bis zum heutigen Tage erhalten geblieben. Es kamen zwar immer wieder Zeiten, in denen es den SATOWITEN nicht zum Feiern zu Mute war. Doch selbst die Kriege des Mittelalters und der Neuzeit sowie die braune Pest konnten nicht verhindern, dass die Narretei zur Faschingszeit einen festen Platz im dörflichen Leben erhielt.

Kurioser Weise wurde der SATOWER KARNEVAL genau zur Halbzeit der roten »Unendlichen Geschichte« im Jahre 1969 durch Gründung des »SATOWER KARNEVAL-VEREINs« zu einer Institution. Dieses geschah sehr zum Leidwesen der sichtbaren und unsichtbaren Wächter der entwickelten sozialistischen Gesellschaft, denen allein schon der aufrührerische Schlachtruf »SATOW RADAU« Besorgnis erregend in den Ohren gelegen haben mag.

Nach der Wiedereinführung der Marktwirtschaft in den ostelbischen Gebieten erinnerten wir Närrinnen und Narren uns an das fruchtbare Wirken der Mönche, gaben unserem Verein im Jahre 1993 den Namen »SATOWIA« und zierten ihn mit den Lettern »e.V.« Mit mehr als 200 Mitwirkenden vom Kindergarten- bis ins hohe Rentenalter gestalten wir für jährlich mehr als 2 000 Gäste in unserer heiß geliebten Halle am Satower See Programme, die für den sonst eher kühlen Norden immer etwas Besonderes sind.

Und das wird noch viele Jahre so weiter gehen, denn verrückt zu sein ist in Satow völlig normal! Und wer es nicht glauben will, der besuche uns einmal ...

Darauf ein dreifaches
SATOW RADAU